Laborwerte Erklärt


"Leukozyten und Thrombozyten"


Leukozyten 

Leukozyten = (griech. Leukos =weiß; kytos = Zelle) sind größer als rote Blutkörperchen ( → Erythrozyten), enthalten keinen Blutfarbstoff und erscheinen deshalb weiß. Im Gegensatz zu Erytrozyten besitzen sie einen Zellkern. Weiße Blutkörperchen gibt es in drei unterschiedlich geformten Zelltypen. Die Zellkerne der weißen Blutkörperchen können verschieden aussehen und im Labor durch Färbung unterschiedlich dargestellt werden. Weiße Blutkörperchen sind vor allem für die körpereigenen Abwehrfunktionen zuständig. 

Leukozyten sind für die Immunfunktion des Körpers und zur Abwehr von Entzündungen äußerst wichtig. Bei der Leukozytenzählung im Labor werden nur die im Blut zirkulierenden weißen Blutzellen erfasst, nicht die in Ruhestellung an den Gefäßwänden befindlichen Leukozyten. In der Regel ist die ausschließliche Bestimmung der Leukozytenzahl im Blut wenig aussagekräftig, weshalb meist ergänzend ein → Differenzialblutbild erstellt wird. 

Leukozyten –Normalwerte

Vollblut = 4000 – 10.000 Leukozyten/µl

Erhöhte Leukozyten-Werte
Die Leukozytenzahl im Blut steigt am häufigsten bei Infektiösen oder entzündlichen Erkrankungen an. Darüber hinhaus können auch schwere Schock- oder psychische Stresszustände zu einem deutlichen Anstieg der Anzahl weißer Blutkörperchen führen. Sehr stark erhöhte Leukozytenzahlen treten vor allem bei Leukämien auf. Leukämie, die häufig durch schädliche radioaktive Strahlung entsteht, verursacht die unkontrollierte Produktion von Leukozytenvorstufen im Knochenmark. Ohne Behandlung werden lebenswichtige Körperfunktionen wie Abwehrfähigkeit, Blutgerinnung und Sauerstoffaustausch, schwer beeinträchtigt. Mit weiteren Laboruntersuchungen kann meist die Art einer Leukämie bestimmt werden.

Diagnosen und Zustände mit erhöhter Leukzytenzahl
  • Akuter Blutverlust
  • Arzneimittel (Antibiotika, Antibabypille)
  • Bakterielle Infektionen
  • Bösartige Tumorerkrankungen
  • Drüsenerkrankungen
  • Emotionale Erregungszustände
  • Entzündungen
  • Herzinfakt
  • Hochleistungssport
  • Kortison, Schildrüsen-, Nebenschilddrüsenhormon-Überdosierung
  • Impfreaktionen
  • Leukämie
  • Myelofibrose
  • Polycythämia vera
  • Schock-Syndrom
  • Schwangerschaft
  • Vergiftungen
  • ZNS-Erkrankungen

Verminderte Leukozyten-Werte
Bei sehr scheren bakteriellen oder viralen Infektionen sowie vor allem bei Schädigung des Knochenmarks kann die Leukozytenzahl im Blut vermindert sein. Dies gilt als Ausdruck zunehmender Erschöpfung der körpereigenen Abwehr (Immunschwäche)

Diagnosen und Zustände mit verminderter Leukozytenzahl
  •     Arzneimittel
  •     Autoimmunerkrankungen
  •     Benzolbelastung
  •     Erschöpfung
  •     Hyoersplenie-Syndrom
  •    Immunschwäche (HIV/AIDS)
  •     Knochenmarkschäden 
  •     Kollagenosen
  •    Lymphogranulomatose
  •    Nährstoffmangel
  •      Paratyphus 
  •      Radioaktive Strahlung
  •    Sepsis
  •    Typhus
  •     Virusinfektionen

Thrombozyten

Blutplättchen (Thrombozyten) werden im Knochenmark gebildet und sind sehr kleine (2 bis 4 Mikrometer), scheibchenförmige, kernlose Körperchen mit unregelmäßig geformten Zellrändern. Die Lebensdauer von Thrombozyten beträgt 8 bis 12 Tage. Der Abbau verbrauchter Blutplättchen erfolgt hauptsächlich in der Milz. Durch Mitwirkung der Blutplättchen können kleinere Gefäßverletzungen innerhalb weniger Minuten abgedichtet werden, wenn sich Thrombozyten an die Wundränder anlagern (Thrombozytenaggregation) und einen Blutpfropf (Thrombus) bilden. Die Gerinnungsfaktoren der Thrombozyten werden dabei im Blut freigesetzt und aktivieren das gesamte System der → Blutgerinnung zur Reparatur des Gefäßdefektes. Die Bestimmung der Thrombozytenzahl dienst in erster Linie der Abklärung unklarer Blutungen oder dem Ausschluss einer krank Krankhaften Blutungsneigung. 


Thrombozyten-Normalwerte

·       Erwachsende 140-360 x 10⁹/l

Erhöhte Thrombozyten-Werte
Nach schweren Infektionskrankheiten kann die Thrombozytenzahl vorübergehend erhöht sein. Auch nach Verletzungen oder Entferung der Milz kommen erhöhte Thrombozytenzahlen vor. Bei sehr stark erhöhten Thrombozyten-Werten steigt das Risiko für lebensbedrohliche Thrombosen (Blutverklumpung in Gefäßen) an.

Diagnosen mit erhöhter Thrombozytenzahl

  •   Chronisch-myeloische Leukämie (CML)
  •     Eisenmangel-Erkrankung
  •     Hämolytische Anämie
  •     Hormon-Behandlung (Adrenalin, Kortison)
  •     Infektionskrankheiten
  •     Myelofibrose
  •     Operationen (nach etwa zwei Wochen)
  •    Pleuramesotheliom
  •    Primäre und sekundäre Thrombozythämie
  •    Splenektomie

Verminderte Thrombozyten-Werte
 Am häufigsten werden verminderte Thrombozytenzahlen bei Schädigung des Knochenmarks beobachtet: nach Bestrahlungen, durch Arzneimittel, bei bösartigen Knochenmarkerkrankungen oder schwerem Vitaminmangel. In der Regel ist die Behandlung erst bei stark verminderten Thrombozyten-Werten sinnvoll (20.000 bis 30.000 Thrombozyten/µ
 
Diagnosen mit verminderter Thrombozytenzahl
  •    Arzneimittel
  •    Immunstörungen
  • Thrombozytogenesestörung
  •   Vergiftung (Arsen, Benzol, Gold)



(weiter Blutwerte folgen ...)

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